Friday, August 11, 2006

Das Leben der Anderen

Das ist sicher ein Thema, das einmal aufgegriffen werden musste, und wat mut dat mut… Der deutsche erweiterte Fernsehfilm hat eine sehr eindeutige Weise, mit politischen Themen aus der deutschen Vergangenheit umzugehen. Die Optik ist immer angenehm pastellig, der Zeit angemessen, wie man vermuten darf. Der Ton hat immer etwas hartes, die Absaetze klappern lauter, die Jacken rascheln staerker als in anderen Genres. Es gibt mehr stille Momente, und es gibt mehr ausdruckslos starrende Menschen, denen im leben irgenetwas abhanden gekommen zu sein scheint.
In dieser Tradition spielt "Das Leben der Anderen" nicht die schlechteste Rolle. Obwohl der Regisseur jung ist, ist er schon einigermassen routiniert und hat sich gluecklicherweise von seinem gruseligen - nein, das koennte missverstaendlich sein - von seinem grottenschlechten Abschlussfilm "Templer" ausreichend weit entfernt, um wieder ernst genommen zu werden. Ein Meisterwerk ist "Das Leben der Anderen" meiner Meinung nach dennoch nicht. Dafuer ist das Drehbuch zu wenig inspiriert und zu sehr einer einzigen zentralen Idee untergeordnet ("Der gute Stasi") - und diese Idee selbst hat in ihrer Durchfuehrung (wie kann man so viele Fakten so lange geheim halten, wenn lange Zeit noch ein zweiter Kollege mithoert?) so viele Luecken, dass selbst einem Continuity-Gleichgueltler wie mir immer wieder die Traenen in den Augen standen.
Immerhin, es wurde ein Anfang gemacht, das Stasi-Kapitel filmisch aufzuarbeiten. Das ist erstens gut und wichtig und gibt - das sieht man diesem Film schon an - auch kinematographisch etwas her. Hoffentlich bedeutet das jetzt nicht, dass der Weg damit fuer geschicktere und subtilere Drehbuecher versperrt ist und es bei dem einen Werk bleibt.

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